
Bildungsbericht Baden-Württemberg
Hier können Sie den Bildungsbericht 2011 für Baden-Württemberg nachlesen.
Für einen neuen Bildungsaufbruch
Gute Bildung ist die zentrale Zukunftsaufgabe unseres Landes. Wie wir GRÜNEN uns dieser Aufgabe stellen werden, können Sie hier nachlesen.
10.11.2010 Grüne Positionen der Bildungspolitik
Anlässlich einer Kreisvorstandsitzung erläuterte Kömm-Häfner die grünen Positionen zur Bildungspolitik.
Öffentliche Anhörung im Stuttgarter Landtag am 07.05.2010
Jedem Kind sein Bildungsziel! So geht Schule, in der jedes Kind gewinnt.
Der Vortrag von Prof. Remo Largo zeigt eindrucksvoll, dass wir eine
andere Schule brauchen. Eine Schule, die den individuellen
Entwicklungsmöglichkeiten, den individuellen Interessen und dem individuellen
Lerntempo jedes Kindes entspricht. Genauso eindrucksvoll war es von Frau Frei
und Herrn Fink ein Praxisbeispiel einer solchen guten Schule vorgestellt zu
bekommen. Es geht darum, dass die Kinder so
akzeptiert werden, wie sie sind und dass sie sich wohl fühlen zu können in der
Schule. Nur dann werden sie als zuversichtliche, sozial kompetente und
emotional stabile junge Menschen, die ihre Kompetenzen entsprechend ihrer
Potentiale entwickelt haben, ins Leben zu gehen. Zum Glück müssen wir in
Baden-Württemberg nicht bei Null anfangen. Die gute Botschaft ist, dass wir
auch in Baden-Württemberg schon Schulen haben, die sich auf den Weg
gemacht haben.
Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen engagiert sich im Landtag mit vielfältigen Initiativen, darunter
Gesetzentwürfen und Anhörungen für eine neue Lernkultur und Schulstruktur.
Beides gehört zusammen. Denn zu einer umfassenden individuellen
Förderung passt keine Schulstruktur mehr aus dem letzten Jahrhundert. Unser
Ziel ist eine Schule, in der Kinder gemeinsam von- und miteinander lernen, bis
zum Ende des neunten oder zehnten Schuljahres. Wir wollen aber diese Schule
nicht von oben verordnen, sondern die Schule soll da entstehen, wo die
Menschen sich dafür engagieren, wie das ja bei der Sekundarschule Alterswilen
der Fall war.
Wir können die Schulen zu
gemeinsamen Bildungseinrichtungen, wie wir sie mit unserem Ziel der 9-bis
10jährigen Basisschule anstreben, nicht gegen den Willen der Betroffenen
weiterentwickeln, sondern nur mit den Beteiligten und Betroffenen, den
Lehrkräften, Eltern und den kommunalen Schulträgern.
Lernen in der Schule der Vielfalt - Inklusiver Unterricht
Die im März 2009 von Deutschland ratifizierte UN-Konvention für die Rechte von
Menschen mit Behinderungen verpflichtet uns dazu, unser Bildungswesen inklusiv auszugestalten. Wie die Grünen die Forderungen der UN-Konvention umsetzen wollen, hat Renate Rastätter in einem Eckpunktepapier zusammengefasst. Renate Rastätter, schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg kritisiert, dass die Landesregierung die Forderung der UN-Konvention erst in einem Modellversuch ausprobieren will, obwohl die entsprechenden Daten, die für eine Umsetzung erforderlich sind, bereits vorliegen.
Öffentliche Anhörung im Stuttgarter Landtag am 20.06.2008
Die Schule der Zukunft - Wie geht individuelle Förderung?
Der Ansturm der Interessierten zeigte sehr deutlich, dass die Grünen mit diesem Thema am Puls der Zeit liegen. Und mit den drei ReferentInnen hatte Renate Rastätter auch diesmal wieder kompetente Fachleute eingeladen.
Zu Beginn erklärte Elsbeth Stern, eine Professorin aus Zürich und DIE Koryphäe auf diesem Gebiet, dass die Ursachen von Intelligenzunterschieden zum Teil in den Genen liegen und zum Teil in der Umwelt. Bis zum Alter von 10 Jahren haben sich die Unterschiede manifestiert. Das heißt aber nicht, dass die frühe Auslese in Deutschland gerechtfertigt ist, da Schulerfolg zu einem großen Teil von Wissen abhängt. „Wissen schlägt Intelligenz!“ Geringere Intelligenz kann durch Fleiß und Ausdauer ausgeglichen werden. Dazu benötigen die Kinder aber eine gewisse Reife, die sie mit 10 Jahren noch nicht haben.
Norman Green, ein kanadischer emeritierter Professor, bietet gemeinsam mit seiner Ehefrau Kathy, einer ehemaligen Lehrerin, Schulungen für Lehrkräfte zum kooperativen Lernen an. Beiden gelang es, das Publikum mitzureißen und mit kleinen praktischen Übungen die Vorteile des kooperativen Lernens zu vermitteln. Die Schule der Zukunft muss die Fähigkeit der Kinder fördern, sich alleine und in Gruppen Wissen anzueignen, um sich in der globalisierten Welt zu behaupten.
Peter Fratton gründete in enger Zusammenarbeit mit Ruth Cohn das „Haus des Lernens“ in Romanshorn und zeigt, wie Schule gelingen kann. Es gibt keine LerhrerInnen sondern LernbegleiterInnen, die Lernenden sind SchulpartnerInnen. Die Schulabschlüsse seiner PartnerInnen beweisen die Richtigkeit seiner Idee. Seine Philosophie fasst er in den vier pädagogischen Urbitten zusammen:
Bringe mir nichts bei, lass mich teilhaben
Erkläre mir nichts, gib mir Zeit, zu erfahren
Erziehe mich nicht, begleite mich
Motiviere mich nicht, sondern Dich selbst
Diesen Urbitten ist nichts mehr hinzuzufügen.
Öffentliche Anhörung im Stuttgarter Landtag am 29.05.2008
falsch Gm8
„Wir benötigen einen verantwortungsvollen Umgang mit der Lebenszeit junger Menschen!“ Mit diesen Worten hatte Schavan damals die Einführung des G8 gerechtfertigt. Ob das Ziel von Schavan, den Jugendlichen keine Zeit zu stehlen, erreicht wurde, darüber debattierte Renate Rastätter mit VertreterInnen aus Medizin, Universität, Schule, Lehrerschaft, Elternschaft, SchülerInnenschaft und zwei Vertreterinnen aus dem Landesinstitut für Schulentwicklung.
Die Bemerkung des Kinderarztes Thomas Kauth, dass das G8 in den Kinderarztpraxen angekommen sei, zeigte, wie sehr die Kinder mit dem G8 überfordert sind. Während er vor 15 Jahren ein Kind pro Woche mit Schulproblemen in seiner Praxis hatte, sind es momentan 1-2 Kinder pro Tag, die auf die Anforderungen der Schule mit psychosomatischen Beschwerden reagieren. Meistens müsse er die Kinder wieder wegschicken, weil das Problem eben in der Schule liegt und weil die Heilkostenverordnung den Spielraum der Kinderärzte finanziell stark einschränkt.
Fr. Dr. Weiske vom Landesinstitut für Schulentwicklung verteidigte die Bildungspläne und wies den Vorwurf zurück, die Einführung des G8 sei vorschnell und nicht ausreichend durchdacht gewesen. Auch wenn sie den Schwarzen Peter nicht an die Schulen weiterreichen wollte, machte sie nicht die Bildungspläne für die Situation verantwortlich sondern die schlechte Umsetzung durch die LehrerInnen. Sie werde aber alle Bedenken, die geäußert wurden, mitnehmen und an den entsprechenden Stellen anbringen.
Deutliche Worte sprach Prof. Herrmann, der vor seiner Emeritierung u.a. in Tübingen und Ulm gelehrt hatte. Er hatte Schavan bereits frühzeitig und mehrmals auf die negativen Folgen der Reform hingewiesen. Ein großes Problem sieht er in den Bildungsplänen, er fordert Projektarbeiten, die fächerübergreifend und nicht im 45-Min-Takt stattfinden.
Bei den anschließenden Berichten aus der Praxis und den Statements der Verbände war man sich ziemlich einig. Heftig kritisiert wurde die Benotung der Vergleichsarbeiten. Vergleichsarbeiten sind ein Mittel der Evalution des Unterrichts und dürfen nicht in die Benotung der Kinder einfließen. Das Argument von Rau, man brauche dieses Mittel zur Motivation der Kinder, wurde durch PISA widerlegt. Vom Philologenverband über die GEW und Elternvertretungen bis zu SchülersprecherInnen und Elterninitiativen war der Tenor einig: Die Reform hat nicht dazu geführt, dass verantwortlich mit der Zeit der jungen Menschen umgegangen wird. Durch das G8 bleiben viele auf der Strecke, wiederholen Schuljahre oder verlieren Zeit durch einen Wechsel auf eine andere Schulart. Es wurde von Flüchtlingen gesprochen, die das Gymnasium verlassen und es wurde von mehreren Seiten betont, dass dies nicht nur die Schwachen betrifft. Aber auch diejenigen, die das Abitur schaffen, warten länger als früher auf einen Studienplatz. Unter dem Strich „vergeuden“ die Jugendlichen mehr Zeit als früher, allerdings mit viel mehr Stress und Druck verbunden als früher. Allgemeine Forderungen waren kleinere Klassen, bessere Schulungen der LehrerInnen zur Umsetzung der Reform, keine Benotung der Vergleichsarbeiten, mehr Möglichkeiten zum Vertiefen und Üben des Stoffes.
Fazit der Anhörung: Die Idee des G8 war richtig, die Umsetzung wurde falsch gemacht!







